Pressemitteilungen


Pressestimme zum Liederabend „Die ewige Sehnsucht nach Erlösung – Musikalische Verstrickungen um Cosima Liszt“ am 24.September 2011


Kulturförderkreis: Heike-Theresa Terjung und Barbara Baun gestalten in der ehemaligen Synagoge einen Liederabend um Liebe und Verzweiflung der Cosima Liszt


Die Erlösung von der Liebe packend umgesetzt


HEMSBACH. Der minutenlange Beifall am Ende des Liederabends „Die ewige Sehnsucht nach Erlösung“ in der ausverkauften ehemaligen Synagoge war ein gutes Omen für die Herbst- und Wintersaison beim Kulturförderkreis.
Die Kompositionen schilderten die musikalischen Verstrickungen um Cosima Liszt, einer nichtehelichen Tochter des berühmten Komponisten und der Gräfin Marie d’Agoult. Die junge Cosima heiratet den bekannten Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow, ein glühender Verehrer Richard Wagners, was bald dazu führt, dass Wagner in zweiter Ehe Cosima heiratet. Es wird noch verwickelter, denn Cosima verliebt sich in den Philosophen Friedrich Nietzsche.
Als Folge ihrer Liebe zu diesen drei berühmten Männern gerät Cosima in einen Strudel der Gefühle mit der Sehnsucht nach Erlösung der Liebe.
Diese musikalischen Themen prägten die melancholische Stimmung des Abends, der die Zuhörer mit auf die Zeitreise durch die musikalische Hochromantik nahm. Dazu gehörten auch Lieder, welche seit Jahren nicht mehr auf Konzertprogrammen standen. Natürlich wies eine Komposition von Franz Liszt gleich am Anfang mit dem Lied „Ich möchte hingehen“ (ein Gedicht von Georg Herwegh) zum Thema. Bei einer weiteren Liedfolge war auch Goethes „Wanderers Nachtlied“ zu hören.

Komponierender Nietzsche
Dass Philosoph Friedrich Nietzsche auch komponierte, war sicher vielen Konzertbesuchern unbekannt. An diesem Abend hörte man von ihm vier Lieder über Liebe und den Schmerz der Trennung.
Der zweite Teil des Konzertabends begann mit einem Liederzyklus von Hans von Bülow. Unter dem Titel „Die Entsagende“ (Text Carl Beck) hat er in sechs Liedkompositionen vermittelt, welche Verzweiflung die Liebe bereiten kann. Höhepunkt des gesamten Abends waren die Lieder , die Richard Wagner komponierte.
Zwei dieser Kompositionen („Im Treibhaus“ und „Träume“) wurden als Studien zu „Tristan und Isolde“ angeführt. Auch die Lieder „ Der Engel“, „Stehe still“ und „Schmerzen“ komponierte Wagner nach wunderschönen Texten von Mathilde Wesendonk.

Bekannte Mezzosopranistin
Heike-Theresa Terjung ist eine begnadete Mezzosopranistin mit einer kultivierten, gefühlvollen Stimme, hell, strahlend und kräftig.
Vor allem gelang es ihr, die Stimmungen in diesen Liedern um die Erlösung von der Liebe packend umzusetzen. Sie sang die träumenden Passagen mit edel schimmernden Spitzen und formte die dramatischen Stellen mit kraftvoller Dynamik.
Mit der Pianistin Barbara Baun hatte sie eine ideale Begleiterin. Ihre Interpretation reichte von sanften Akkorden bis zum Klangrausch. Ihr Spiel wurde zum sinnlichen Erlebnis, wenn sich in den zarten Pianopassagen einzelne Töne im Raum auflösten.
Nach heftigen Klangverdichtungen schuf die Pianistin spielend den Übergang zu den melancholischen Stellen dieser Lieder. Die beiden Musikerinnen erschlossen dem Publikum regelrecht neue Klangwelten.

Verwirrende Handlung vermittelt
In der Moderation Liselotte Homering hatten beide Künstlerinnen eine hilfreiche Vermittlerin der verwobenen Zusammenhänge dieser musikalischen Handlung. Sie informierte die Zuhörer in der ehemaligen Synagoge bei jedem Konzertteil über das Leben der handelnden Personen. Auf diese Weise gestaltete sie einen Konzertrahmen, der die Bedeutung der Lieder und ihrer Texte noch vertiefte.
Die Gestalter dieses schönen Abends , von dem Ausschnitte in einer ZDF-Fernsehsendung am Montag, 31.Oktober, um 18 Uhr gezeigt werden, wurden zum Schluss minutenlang stürmisch gefeiert.
Natürlich war dies auch ein großer Abend für Michaela Zimmer vom Hemsbacher Kulturförderkreis, die sich mit kleinen Geschenken bei den Künstlern bedankte.

Weinheimer Nachrichten, 27.9.2011, h.t.




Pressestimmen zum Liederabend „Die ewige Sehnsucht nach Erlösung – Musikalische Verstrickungen um Cosima Liszt“, Premiere 6. November 2009, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim


Die Mezzo-Sopranistin Heike Theresa Terjung hatte die Idee zu einem Liederabend mit Werken […] von Franz Liszt, Cosimas Vater, Richard Wagner, Cosimas zweitem Ehemann, […] dem Philosophen Friedrich Nietzsche, Cosimas Freund, und dem Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow, Cosimas erstem Ehemann.
Liselotte Homering, Leiterin der Theatersammlung der Reiss-Engelhorn-Museen, […] sorgte mit ihren klugen, mit feinem Humor durchsetzten „Anmerkungen” für die intellektuelle und emotionale Durchleuchtung des pikanten Beziehungsgeflechts.
Von der subtil mitgestaltenden Pianistin Barbara Baun begleitet, eröffnete Heike Theresa Terjung mit Liszts „Ich möchte hingehn”.
Natürlich „lohnten” allein die ausgewählten Liszt- und Wagner „Wesendonck”-Lieder den Abend, zumal Terjung mit gut sitzendem Mezzo […] und gestalterischer Intensität überzeugte. […] Langer Beifall für einen lehrreichen Abend.

Mannheimer Morgen, 11. November 2009, Waltraud Brunst


„Nicht nur für Wagnerianer, wenn auch in besonderem Maße für diese, war ein Liederabend in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim am 7. Mai 2010 gedacht.
Er brachte Liszt, Nietzsche, Bülow und Wagner, dessen Wesendonck-Lieder den Höhepunkt eines höchst geistreichen Programmes bildeten, mit dem gemeinsamen Nenner Cosima. Die Mezzosopranistin Heike Theresa Terjung setzte dafür nicht nur ihre kultivierte Stimme, sondern auch ein gerüttelt Maß an innerer Beteiligung und Engagement ein, das sich begeisternd auf die Hörer übertrug. Die unterschiedlichsten gesangstechnischen Mittel erlaubten ihr eine überzeugende Gestaltung: quasi instrumental geführtes Legato, natürliche und sinnvolle Phrasierung, Akzente und Zäsuren zur grammatikalischen und inhaltlichen Ausdeutung komplexer Textzusammenhänge, eine dynamische Breite von berückend schönem piano bis zur großen Fortissimo-Geste, die an ihre Zeit an der hiesigen Opernbühne erinnern ließen. – Ebenbürtige Partnerin war die Pianistin Barbara Baun. Ihre Vor- und Nachspiele, ihre selbstbewussten Einwürfe und pianistischen Bestätigungen der Texte bleiben lange in Erinnerung.”

Dr. Roland Würtz
Vorstandsvorsitzender der Mozart-Gesellschaft Kurpfalz e.V.




Freitag, 7. Mai 2010, 20 Uhr

C 5, Museum Zeughaus, Florian-Waldeck-Saal,
Eintritt 15.- Euro, erm. 10.- Euro. Vorverkauf an der Kasse Museum Zeughaus C 5

Die ewige Sehnsucht nach Erlösung − Musikalische Verstrickungen um Cosima Liszt
Lieder von Franz Liszt, Friedrich Nietzsche, Hans von Bülow und Richard Wagner

Heike-Theresa Terjung, Mezzosopran
Barbara Baun, Klavier
Liselotte Homering, Moderation

Als nichteheliche Tochter des genialen Pianisten und Komponisten Franz Liszt und der Gräfin Marie d'Agoult, als Ehefrau des Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow, als zweite Ehefrau des Komponisten Richard Wagner und in dieser Zeit eher unselig verbandelt mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche, war die junge Cosima Liszt auf schicksalhafte Weise mit diesen berühmten Männern verbunden. Sie sind ihre Qual. Aber auch sie quält die Männer, die ihr zu nahe kommen. Dabei schlägt ihre Liebe immer wieder in bedingungslose Opferbereitschaft, auch Unterwerfung um. Unsägliche Konstellationen verursachen unsägliche Gefühle bei allen Beteiligten. Man fügt sich Wunden zu und erleidet Schmerzen. Am Ende der Verstrickungen bleibt nur noch die ewige Sehnsucht nach Erlösung.

Musik und Moderation verfolgen die Spuren dieses oft unheilvollen Beziehungsmikrokosmos', dessen Auswirkungen freilich zu außergewöhnlichen, mehr und weniger bekannten musikalischen Blüten des 19. Jahrhunderts führten. Neben ausgewählten Liedern von Liszt und Friedrich Nietzsche stehen Hans von Bülows selten zu hörender Liederzyklus op. 8 „Die Entsagende” , publiziert 1857, und Richard Wagners „Wesendonck-Lieder” auf dem facettenreichen Programm.


Heike Theresa Terjung, Mezzosopran

studierte in Düsseldorf am Robert-Schumann-Institut und als Stipendiatin am Mozarteum Salzburg bei Professor Lieselotte Egger und Professor Rudolf Knoll. Ihr erstes Engagement erhielt sie am Stadttheater Aachen. Von 1991-2000 gehörte Heike Theresa Terjung dem Opernensemble des Mannheimer Nationaltheaters an. Seither ist sie freischaffend tätig. Sie arbeitete mit Dirigenten wie James Levine zusammen, mit Peter Schneider, Sylvain Cambreling, Michael Schønwandt, Daniel Barenboim, Frédéric Chaslin, Jun Märkl, Axel Kober, Miguel Gómez Martínez, Adam Fischer oder Friedemann Layer.

Neben ihrer Arbeit am Theater pflegt sie ein umfangreiches Konzertrepertoire und erarbeitet immer wieder neue Liederabendprogramme. Zusätzlich zu ihrer sängerischen Tätigkeit widmet sich die Mezzosopranistin auch dem Unterrichten. Seit 2007 baut sie an der Musikschule Ludwigshafen eine neue klassische Gesangsklasse auf.


Barbara Baun, Klavier

wurde in Stuttgart geboren und studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main Klavier bei Joachim Volkmann und Liedgestaltung bei Hartmut Höll.

Zusammen mit Oliver Widmer erhielt sie den 1. Preis beim Internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerb in Stuttgart. Sie gastierte mit zahlreichen Liedprogrammen, die neben dem gesamten romantischen Repertoire immer auch eine Brücke schlugen zum 20. Jahrhundert. Ihr Engagement für die Musik unserer Zeit dokumentiert sich in Liederabenden im Rahmen der Festivals „Komponisten des 20. Jahrhunderts”, Amsterdam, „Internationales Festival Arnold Schönberg”, Duisburg, „Wolfgang Rihm Festival”, Antwerpen oder in der Zusammenarbeit mit Ensembles wie dem Phorminx-Ensemble oder dem Anton-Webern-Chor Freiburg. Seit 1989 ist sie Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Gemeinsam mit den Sängern Dominik Wörner und Philippe Huguet rief sie 2007 den „Kirchheimer Liedersommer” ins Leben, der jährlich renommierte Dozenten zu Meisterkursen für Liedgestaltung nach Kirchheim an der Weinstraße einlädt. (Jakob Stampfli , Erwin Gage und 2010 Christoph Pregardien)

Liselotte Homering, Moderation geboren in Celle/Hannover, studierte Germanistik, und Anglistik (Staatsexamen) sowie Geschichte. Wissenschaftliche Abschlussarbeit zum Thema „Die Gestalt des Königs Marke in Gotfrids von Straßburg Tristan-Roman und in neueren ausgewählten Tristan-Dramen”. Sie ist Leiterin der Abteilung Theater- und Literaturgeschichte mit Mannheimer Musikgeschichte der Reiss-Engelhorn-Museen. Mit zahlreichen Ausstellungen, Publikationen, Vorträgen, Lesungen und musikalischen Veranstaltungen zur Theater- Musik- und Literaturgeschichte trägt sie kontinuierlich zur Außenwirkung der Reiss-Engelhorn-Museen bei.

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